Das Feld der Bildung befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Dieser Prozess wird weniger durch den Aufstieg neuer Technologien und die Möglichkeiten, die sie bieten, ausgelöst als durch die epistemologische Krise, die sie hervorgebracht haben. Im Zentrum dieser Krise steht die Frage, wie wir zu Wissen gelangen. Welche Rolle spielt der Körper beim Lernen? Was ist der gefühlte Grund, aus dem Sprache entsteht? Was sind die Terms and Conditions von Bildung? Wo findet sie statt? Wie nimmt Lernen Opazität und Unverfügbarkeit auf? Welche Infrastrukturen bringen tatsächlich Wissen hervor? Wer hat das Recht zu bilden?
Als Ivan Illich 1971 Deschooling Society (dt. Entschulung der Gesellschaft) veröffentlichte, galt die Schule als paradigmatische Institution: die Institution aller Institutionen und das erste, notwendige Objekt aller Institutionskritik. Illich beschreibt die Institution der Bildung als grausam und entmenschlichend. Bis heute bleibt es eines der großen Paradoxe der modernen Gesellschaft, dass die Schule als Ort persönlichen Wachstums und persönlicher Verwirklichung wahrgenommen wird, während die Strukturen und Ideologien, die sie rahmen – von der Trennung nach Alter oder Leistung und der Ritualisierung des Fortschritts bis zur Bürokratisierung von Bildung und ihrer Bindung an die Wirtschaft – Erschöpfung und Depression befördern. In manchen Ländern ist dies deutlicher spürbar als in anderen, doch wir sehen diese Tendenz überall. In einigen Fällen, wie im Vereinigten Königreich, scheinen traditionelle Bildungssysteme zu kollabieren. Gleichzeitig entstehen zahlreiche unabhängige Bildungsprojekte, die sowohl von intellektueller Strenge als auch von einem Bekenntnis zur Fürsorgepflicht leben.
Illich schreibt an einem Scheitelpunkt einer Welle, die zwischen Revolte und Selbstzufriedenheit oszilliert und von radikalen Ideen über Bildung angetrieben wird, die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts aufkommen. Doch diese Oszillation wird dichter, die Energie gebündelter und die Frage für die zeitgenössische Gesellschaft immer zentraler.
After Education ist ein großes Projekt innerhalb von Field Studies und der Rahmen, in dem sich die Lehrphilosophie der Schule entwickelt. Es ist zugleich die gleichnamige Auftakt-Residency für Terms and Conditions 2027–28 und mündet im Oktober 2027 in eine Reihe von Veranstaltungen, Symposien und Performances in Wien. Wenn Sie mehr über das Programm erfahren oder sich beteiligen möchten, schreiben Sie an info@field-studies.org.